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Presse zur Zeitreise 2011

Römer, Ritter, Rokoko: Bonefelder "Zeitreise" war mehr als Folklore

Bonefeld - Er hatte am Rand gestanden und zugeguckt. Er hatte sie exerzieren gesehen. Ihre Speere werfen. Ihre Schwerter ziehen. Ihnen „Ihr seid doch bloß fünf!“ zugerufen und angegriffen. Doch er hatte sich getäuscht.

Die Römer von der stolzen Legio XVI Gallica ließen sich nicht in die Flucht schlagen – auch wenn der Gegner sehr an einen gewissen Asterix erinnerte. Angefeuert von ihrem Senator („Macht ihn fertig“) gingen die Legionäre zum Gegenangriff über und nahmen den Gallier in Kampfformation in die Mangel. Überlebt hat der Gallier seine Tollkühnheit trotzdem – ganz zur Freude der Zuschauer in Bonefeld, die den Kampf begeistert mitverfolgten.
Die Zeitreise der Aktion Glückliche Kinder war aber viel mehr als Schwertergeklirre und Kampfgeheul. Auf dem alten Sportplatz (Fritz-Walter-Stadion) hatten sich vielmehr zahlreiche Gruppen aus den verschiedenen Epochen versammelt und den Besuchern ihre jeweilige Zeit möglichst realitätsnah dargebracht.

 


Das galt allen voran für das Team aus Archäologen und Archäologiestudenten der Universitäten Mainz und Frankfurt, die das Leben in der Jungsteinzeit (ca. 3500 vor Christus) demonstrierten. Gemeinsam mit den (meist kleinen) Gästen töpferten sie, kochten Linseneintopf und „Hühnchen im Lehmmantel“ und buken Brot, für das sie vorher das Mehr selbst gemahlen hatten.

 

Was allerdings Schwerstarbeit war, wie Student Ilia Heit erklärte. „Wir haben den kompletten Samstag für ein knappes Kilogramm gebraucht“, berichtete er, war aber wie Archäologin Hannelore Stuckert trotz der geringen Ausbeute überaus zufrieden. „Es ist hier in Bonefeld alles wunderbar organisiert, die Besucher sind super und wir haben einen guten Zulauf“, betonte sie.Auch wenn sich die Besucher auf dem großen Platz etwas verstreuten und die Veranstaltung durchaus einige Gäste mehr verdient gehabt hätte (vor allem am Samstag), war auch Organisator Johann Wallner äußerst zufrieden. Er lobte vor allem die Qualität der einzelnen Gruppen – von der Unkeler Hunnenhorde, die kurzfristig eingesprungen war und den Besuchern die (wahre) Geschichte erzählten, wie König Attila bei Unkel den Rhein umbettete, über die Südstaatler der 1st Richmond Howitzers, die mit fast ohrenbetäubendem Kanonenschüssen aus dem Sechspfünder die Veranstaltung eröffneten und beendeten, bis hin zu den Grenadieren der Neuwieder Ehrengarde: Die Gruppen präsentierten sich detailverliebt und geschichtsbeflissen.
Das galt auch für die Ritterfamilie „nobiles viri“, bei der „Ludewig Walpode von Reichenstein“ (alias Ingo Lehmann aus Niederhofen) sogar mit „Sebastianus“ (Lück) einen neuen Knappen rekrutieren konnte, der ihm mit leuchtenden Augen half, die rund 30 Kilogramm schwere Rüstung anzulegen. Alles in allem eine starke Veranstaltung für den guten Zweck. Oder wie es die Repräsentanten des Kinderhospizes „Bärenherz“ ausdrückten: „Einfach supertoll.“

(Quelle: Rheinzeitung vom 25.05.2011)